Gardasee 2008

Aus Northwoodcycling

Fakten
Spot: Gardasee - Torbole
Höhe: 67 m
Lage: Norditalien
Karte: Von LagirAlpina die "Carta Escursionistica e Mountainbike Nr.12 Alto Garda" und von NatureDynamics "Alto Garda - North Lake Garda"
Koordinaten: ...
Autor: Cook
Der Radweg zwischen Torbole und Riva, am Fusse des Monte Brione vorbei, bringt uns ans westliche Ufer
Der Radweg zwischen Torbole und Riva, am Fusse des Monte Brione vorbei, bringt uns ans westliche Ufer
Ausblick von der Ponale Richtung Monte Baldo Massiv
Ausblick von der Ponale Richtung Monte Baldo Massiv
Typische Passage an der Ponale am Steilhang mit Blick über den See
Typische Passage an der Ponale am Steilhang mit Blick über den See
Unterhalb von Pregasina die Madonnenstatue mit Blick auf das nördliche Ufer
Unterhalb von Pregasina die Madonnenstatue mit Blick auf das nördliche Ufer
Am Passo Rocchetta ein luftiger Blick über den See auf das Monte Baldo Massiv
Am Passo Rocchetta ein luftiger Blick über den See auf das Monte Baldo Massiv
Zwischen Passo Rocchetta und Passo Guil blickt man bis zum Südende des Sees
Zwischen Passo Rocchetta und Passo Guil blickt man bis zum Südende des Sees
Ausgesetzter Pfad, ebenfalls zwischen Passo Rocchetta und Passo Guil
Ausgesetzter Pfad, ebenfalls zwischen Passo Rocchetta und Passo Guil
Das Rifugio am Passo Nota und im Hintergrund die Berge des Tremalzo
Das Rifugio am Passo Nota und im Hintergrund die Berge des Tremalzo
Typische Serpentinen am Tremalzo-Aufstieg
Typische Serpentinen am Tremalzo-Aufstieg
Auf der Tremalzo-Strasse
Auf der Tremalzo-Strasse
Aufstieg zum Monte Altissimo mit einem der zahlreichen Ausblicke
Aufstieg zum Monte Altissimo mit einem der zahlreichen Ausblicke
Mitten in der (noch harmlosen) Schiebepassage zum Altissimo mit Blick auf das Ziel
Mitten in der (noch harmlosen) Schiebepassage zum Altissimo mit Blick auf das Ziel
Ausblick von der Westflanke des Altissimo über das Nordufer
Ausblick von der Westflanke des Altissimo über das Nordufer
Mitten in der harten Schiebepassage versuchen ein paar Biker abwärts zu jodeln
Mitten in der harten Schiebepassage versuchen ein paar Biker abwärts zu jodeln
Herrlicher Ausblick vom Pool unserer Unterkunft
Herrlicher Ausblick vom Pool unserer Unterkunft
Unsere mutigen Mädels beim "Klippenspringen" vom Fels...
Unsere mutigen Mädels beim "Klippenspringen" vom Fels...
...und vom Brückengeländer
...und vom Brückengeländer


Nachdem 2007 ein erstes Beschnuppern der Gardasee-Mountainbike-Region stattfand, sind wir nun dieses Jahr mit den eigenen Bikes angerückt. Schon während der Fahrt stieg mein Adrenalinpegel stetig an vor lauter Vorfreude! Doch zwischen Rovereto und Torbole öffnete sich der Himmel derart, dass wir dachten, alles wird jetzt weggeschwemmt, ausradiert, dem Erdboden gleich gemacht. Wir hatten noch nie solche Regenfälle erlebt!

Doch als ob uns der See gleich versöhnen wollte, kam nach dem Ausladen des Gepäcks auch gleich wieder die Sonne heraus und es wurde wieder so heiß und sommerlich, als ob es vor ein paar Minuten überhaupt kein Unwetter gegeben hätte. Wie schön!

Und so gingen die Mädels an den Strand und ich genoß in netter Begleitung eine kleine, feine Runde über Arco und Riva als kleinen Aperitiv für die kommenden Tage.

Der Zustand, mit dem eigenen, geliebten Rädle in dieser faszinierenden Gegend zu sein brachte mich in höchste Erregung, ja fast schon Extase. In den ersten 4 Tagen machte ich somit auch gleich 5 Touren, um die Gier nach Aussicht, Trail, Uphill und Gebirge etwas lindern zu können. Das war natürlich nur durch die Toleranz meiner 3 Mädels möglich, die mir die lange Leine gaben. Es war für mich der Höhepunkt meines bisherigen Mountainbike-Lebens. Und das begann immerhin schon 1989.

Unterwegs auf den Touren und auch in der Unterkunft traf ich immerwieder nette Gleichgesinnte, um ein Schwätzchen zu halten oder auch um eine Weile in gemeinsamer Richtung zu radeln. Ab einer bestimmten Höhenlage war man aber meist recht einsam unterwegs, was einen ganz besonderen Reiz hat und wodurch man leicht in einen Trance-ähnlichen Zustand verfallen kann.

Meine absolute Lieblingsecke war der Aufstieg des Sentiero 422 zwischen der Malga Palaer, dem Passo Rocchetta und dem Passo Guil. Niegends war es so luftig, aussichtsreich, ausgesetzt und doch war das Meiste fahrbar. Ein ganz typischer Trail am Gardasee, den man bei Touren nach Westen in die Ecke des Tremalzo nimmt.

Die beiden absoluten Touren-Highlights waren die Fahrt auf den Monte Altissimo von Torbole aus und natürlich der absolute Klassiker, die Tremalzostrasse, ebenfalls von Torbole aus.

Beim Aufstieg auf den Altissimo fährt man vom Seeufer sofort in den Anstieg hinein und bleibt 1600hm lang im ersten bis dritten Gang. Ab dem Monte Varagna folgt dann eine 400hm lange Trage- und Schiebepassage zum Monte Altissimo. Man muß es einfach einmal gemacht haben. Schön ist anders, es ist eine Schinderei und der Puls bewegt sich immer nahe dem Maximum, da es extrem steil und stufig ist.

Schon die Anfahrt zur Tremalzostrasse ist einfach herrlich. Man fährt die alte Ponale-Strasse ab Riva immer am Steilhang zum See entlang nach Pregasina und weiter über die Malga Palaer und dem schönen 422er zum Passo Rocchetta. Im Gegensatz zum Altissimo-Aufstieg sehr abwechslungsreich mit verschiedenen Steilheiten und Untergründen. Nach der Querung zum Passo Nota beginnt dann die Tremalzo-Strasse, die aus recht grobem Schotter besteht und ordentliche Rampen aufweist. Man ist schon im Hinterland und es kommt ein hochalpines Gefühl auf. Das faszinierende dabei sind die Passagen, an denen sich das Strässchen an einer Flanke dickdarmartig nach oben serpentiert, eine Kehre nach der anderen. Obwohl von Westen über den Asphaltaufstieg regelmäßig Shuttlebusse beinmüde Downhiller nach oben zirkeln, kam mir der Tremalzo am Sonntag recht verlassen vor. Schön!

Nun bleibt uns nur wieder die Erinnerung an herrliche, schöne, heiße Tage am Gardasee und wir müssen uns langsam wieder an die Rauheit des Schwarzwaldes gewöhnen. Aber mit den traumhaften Bildern im Kopf und der Hoffnung, dass wir wiederkommen wird alles gut ;-)

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