Urlaubsbericht Gardasee

Aus Northwoodcycling

Fakten
Spot: Gardasee
Höhe: 67 m
Lage: Norditalien
Karte: Kompass 690/691/687 und von NatureDynamics "Alto Garda - North Lake Garda"
Koordinaten: ...
Autor: Cook
Der Blick aus unserem Appartement
Der Blick aus unserem Appartement
Abendlicher Umtrunk auf dem Altissimo di Nago
Abendlicher Umtrunk auf dem Altissimo di Nago
Im unteren Teil der Ponalestrasse
Im unteren Teil der Ponalestrasse
Oberhalb Pregasina mit typischem Ausblick
Oberhalb Pregasina mit typischem Ausblick
Auch auf solchen Kanten wird Ratt gefahren
Auch auf solchen Kanten wird Ratt gefahren
Der Tennosee mit seiner abartigen Farbe
Der Tennosee mit seiner abartigen Farbe
Blick über den Ort Tenno mit seiner Burg in Richtung Gardasee
Blick über den Ort Tenno mit seiner Burg in Richtung Gardasee
Strandleben in Torbole
Strandleben in Torbole

Diesen Sommer (August 2007) war ich das erste Mal am Gardasee mit den Augen eines Mountainbikers. Allerdings hatten wir keine Bikes dabei, sondern wollten uns dort welche leihen. Mit der doch etwas naiven Vorstellung angereist, man trifft auf Gleichgesinnte und kann den ganzen Tag tolle Bikes angucken und mit den Besitzern fachsimpeln, wurde ich bald auf den Boden der Tatsachen geholt. Mountainbiking ist ein Massensport wie z.B. Skifahren. Nix besonderes mehr, man ist keine intime Gruppe mit der gemeinsamen Freude an diesem traumhaften Revier. Also gut, dann ist das halt so.

Eindeutig musste ich aber feststellen, dass das Gardaseegebiet um die Gemeinden Torbole, Riva und Arco eine absolut faszinierende Landschaft bietet und für den sportlich orientierten Zeitgenossen, wie auch für den einfachen Geniesser ein schier unerschöpfliches Maß an Eindrücken und Aktivitäten bietet.

Der Gardasee liegt auf knapp 70m und die umliegenden Gipfel steigen auf über 2000m. Man hat also eine imposante Kulisse, ohne die "frischen" Temperaturen sonstiger Alpenregionen. Und dann noch die Ausblicke auf den See. Perfekt!

Nun möchte ich euch, liebe Leser, noch eine rein subjektive, persönliche Eindrucksauflistung in streng tabellarischer Form aufdrängen. Wer schon am Gardasee war kann sich sein eigenes Urteil bilden, wer noch nicht dort war, dem hilft vielleicht die eine oder andere Aussage zur Urlaubsplanung.

Torbole: Hier haben wir gewohnt im "Casa Romani", direkt über dem See mit herrlichem Ausblick. Der Ort ist geprägt von Sportlern, die sich aufteilen in Biker und Surfer. Surfer erkennt man am komplett trainierten Körper und stylischer Kleidung. Biker am gruppenweisen Auftreten und schlecht trainiertem Oberkörper, im Verhältnis zur Beinmuskulatur. Oftmals ist auch die Freizeitbekleidung des Bikers für das wählerische Auge grenzwertig. Das Örtchen ist klein, aber extrem lebhaft. Natürlich überschwemmt von Touristen, aber nicht unbedingt unangenehm, denn es liegt einfach ein gewisser "Sportsgeist" in der Luft.

Riva: Die traditionelle, schöne und große Stadt auf der anderen Seite des Brione hat trotz des auch hier existenten Massentourismus ein ganz eigenes Flair. Die Mischung aus großösterreichischer und mediterraner Architektur im Schatten höchster Kalkfelswände ist einzigartig und verzaubert.

Arco: Hier findet man noch so etwas wie "Szene" in den engen Gassen. Und zwar hauptsächlich durch die Kletterer. Für mich war das "Conti d'Arco" das beeindruckendste Cafe am Gardasee, weil hier noch so etwas wie Autentizität spürbar ist. Coole Kletterer neben wirklich harten Bikern, Einheimischen und Touris. Und immer wieder besuchen die weltbesten Climber Arco und das Conti auf, um sich nach harmonischer Kletterei am umliegenden Fels einen Cappuchino und ein Panini reinzuziehen. Das einzige was Arco fehlt ist der direkte Zugang zum See.

Malcesine, Limone: wie Adria. Mir wurde in kürzester Zeit schlecht und alle drängten auf Weiterfahrt.

Ledrosee: Hat mir garnicht gefallen. Für mich ein Standard-Bergsee im Schwarzwald-Ambiente. Titisee lässt grüßen! Auch das anschliessende Ampola-Tal in Richtung Storo ist ein Standardtal mit grünen Wiesen und bewaldeten Hängen. Hier wird klar, dass der Gardasee aussergewöhnlich ist für diese Region.

Monte Altissimo di Nago: Mit ortskundigen Guides sind wir mit dem Auto! bis knapp unter den Gipfel gefahren und uns in abendlicher Stimmung den gigantischen Rundumblick mit Sicht bis auf Brenta und Adamello-Gruppe inhaliert. Das nächste Mal mit Bike...

Monte Tremalzo: den Tremalzo-Pass haben wir ebenfalls mit Hilfe von Motorkraft erklommen. Die Sicht war auch ganz o.k., aber der Ausblick am Vorabend vom Altissimo hat noch zu stark nachgewirkt. Den Pass von Osten her per Bike zu befahren ist sicherlich eine der schönsten Touren am Gardasee.

Ponale: Die alte Strasse von Riva ins Ledrotal ist für Biker und Fußgänger gerichtet worden und führt direkt am Fels und somit direkt über dem Wasser in stetem Bergauf Richtung Pregasina oder Ledrosee. Wir sind nach Pregasina, einem Örtchen auf einem Plateau, welches von weitem als absolut unzugänglich wirkt. Traumhafte Ausblicke auf den Gardasee die ganze Zeit und Strassenbaukunst vom Feinsten mit Tunnel und Haarnadelkehren. Trotz der hohen Bekanntheit ein absolutes Muss!

Tenno-See: Die Fahrt geht zwar fast nur über Asphalt, aber man hat zum einen einen gnadenlosen Ausblick über das Nordufer mit Riva und dem Monte Brione. Und zum anderen hat der Tennosee eine fast unnatürliche, türkisfarbene Bläue. Fast wie das Toilettenwasser bei manchen Leuten. Zum Abschluss geht es kehrenreich in rasanter Abfahrt wieder nach Riva.

Mecki's in Torbole: Man liest überall von diesem an der Haupteinfallsstraße gelegenen Cafe und Bikeshop des Olympiateilnehmers Ivan Beltrami. Für mich ein Möchtegern-Schickimicki-Cafe für die Voyeure. Die echte Szene sitzt im Conti in Arco (s.o.) Der Laden ist wie alle Läden am Gardasee klein und übersichtlich sortiert. Hier findet man nichts, was man nicht auch woanders finden kann. Trotzdem fand ich Ivan sehr nett und habe mir auch eine (natürlich reduzierte!) Pearl Izumi Short gegönnt.

Hotel Centrale in Torbole: absolut zu empfehlendes Ristorante. Hier ist alles perfekt: der Überblick über das Treiben auf dem Platz, die Bedienung, die Pizza, Lasagne, das Rinderfilet, die Kartöffelchen und auch der Preis. Hier stehen Leute sogar an für einen Platz!

3S-Bikeverleih in Torbole: Gleich neben "Mecki's" am Eingang von Torbole gelegen, mit guten Scott-Bikes, Parkplätzen, nettem Personal und fairem Preis. Der Besitzer ist Deutscher und ständig im Stress, aber irgendwie sehr sympatisch!

Fazit: Mit vielen Vorschusslorbeeren und überschwänglichen Lobeshymnen ausgestattet, hält der Gardasee was er verspricht! Für mich die Verschmelzung alpiner Landschaft mit mediterranem Klima, italienischen Annehmlichkeiten und sportlicher Herausforderung. Das nächste Mal mit meinem Pferdle!

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