Urlaubsbericht Nizza

Aus Northwoodcycling

Fakten
Spot: Nizza mit Hinterland
Höhe: 0-970m
Lage: Südfrankreich - Côte d'Azur
Karte: Grüne Michelin Nr.115 "Côte d'Azur - Massif de l'Esterel" 1/100000
Koordinaten: ...
Autor: Cook
Der Baou de St.Jeannet, unser persönlicher Kailash
Der Baou de St.Jeannet, unser persönlicher Kailash
St.Jeannet, ein Traumdorf
St.Jeannet, ein Traumdorf
Einfach magisch anziehend
Einfach magisch anziehend
Cook beim Ausgehen in Monte Carlo mit einer seiner Eroberungen
Cook beim Ausgehen in Monte Carlo mit einer seiner Eroberungen
Nizza
Nizza
Azurblaues Wasser am Stadtstrand von Nizza
Azurblaues Wasser am Stadtstrand von Nizza


Nach langem Hin und Her hatten wir uns für Pfingsten 2007 eine Woche Urlaub an der Cote d'Azur gegönnt. Für Yvo und mich lag etwas Schwermut auf dieser Entscheidung, denn in dieser Gegend um Nizza hatten wir vor über 15 Jahren viele herrliche Urlaube verbracht. Die Schönsten überhaupt. Eine Zeit der unendlichen Freiheit und Unbeschwertheit. Die bange Frage war, wie heute diese Traumgegend auf uns wirken wird? Damals waren wir am "Baou de St.Jeannet", einem mächtigen Kalkfelsen im direkten Hinterland, klettertechnisch unterwegs. Und schon da träumte ich davon, die Straße zwischen St.Jeannet und Vence mit dem Rennrad zu befühlen. Und jetzt war es soweit!!!

Um es gleich vorweg zu nehmen: es war und ist immer noch Yvos und meine Traumgegend! Es war wieder einer der schönsten Urlaube, die wir je hatten. Das liegt sicherlich an der Landschaft, die sich vom Meeresufer terrassenförmig und sanft nach oben wölbt, um im weiten Hinterland zu den Gipfeln des Mercantour auf 3.297m aufzuragen. Aber es liegt auch an der südfranzösischen Art das Leben zu geniessen, an der Langsamkeit, der fehlenden Aggression im Strassenverkehr, der allgemein den Franzosen anhaftenden Höflichkeit und Toleranz zu den Mitmenschen. Und das Ganze gepaart mit dem Flair der Großstadt Nizza, mit der 5km langen Strandpromenade, der italienisch wirkenden Altstadt und der stolzen Lässigkeit.

Nun gut, nachdem diese überschwänglichen Attribute den Urlaub endgültig einläuteten, war die Zeit meines Breezers gekommen und ich durfte es nach 17 Jahren des Wartens hier und jetzt ausreiten. Wir entschieden uns, gleich den Col de Vence einzunehmen. Dieser Paß ist zwar nur 970m hoch, also grad' mal wie unser Kniebis, aber es geht nun mal von Null los. Wir nahmen die Straße von Cagnes nach St.Jeannet, die sich moderat und sanft über La Gaude nach oben schlängelt. Nachdem die balkonhafte Traverse nach Vence die Augen massierte, begann nun der eigentliche Aufstieg zum Col. Aber auch hier keine bösen Steigungen. Es ging mit fast durchgängig 7% zuerst in recht öder Steinwüstenlandschaft, dann aber in grandioser Aussicht nach oben. Im Hinterland erhoben sich die schneebedeckten Bergrücken des Parc National du Mercantour und unter mir der endlose Blick über das Meer. Ein wahrer Traum. Und da macht es, besonders für mich als bekennenden ReTournisten, überhaupt nix aus, die gleiche Strecke zurückzufahren. Um es gleich zu gestehen: bei jeder meiner 4 Radausflügen bin ich IMMER die gleiche Teilstrecke bis St.Jeannet und auch wieder zurück gefahren und ich hätte es sicherlich noch hundert Mal fahren können ohne dass es an Reiz verloren hätte.

Besonders bei den Radausfahrten fiel die Zuvorkommenheit der Franzosen im Straßenverkehr auf. Keine einzige rüpelhafte Situation sondern anerkennende Wahrnehmung. Und beim Radfahren freundliches Grüßen unter Gleichgesinnten, der Blick in grob behauene Charaktergesichter, Randonneure vom alten Schlag. Hier liegt der Ursprung des Rennradfahrens.

Doch auch diese Zeit der uneingeschränkten Freude und Entspannung ging zu Ende und so kann ich nur noch durch das Niederschreiben des Erlebten und Anschauen der Bilder einen Teil dieser schönen Zeit wieder innerlich aufleben lassen. Ich werde nicht wieder 17 Jahre warten!

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